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Lexika, Handbücher und Methodik

+ auch für Neulinge gut geeignet ++ eher für Fortgeschrittene +++ eher für Spezialisten ~ noch kein Urteil


++Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin: de Gruyter 1973 ff. Wer Zugang zu einer Universitätsbibliothek hat, hat mit der Lektüre dieses Werkes (kurz RGA genannt) eine Lebensbeschäftigung. Das vielbändige Werk, das für Privatleute unerschwinglich ist, bietet von A-Z zu jedem Aspekt der Germanenforschung reichhaltigste Beiträge auf höchstem wissenschaftlichen Niveau mit unendlich weiterführenden Literaturangaben. Allerdings nichts für Anfänger oder Leute, die noch nie mit wissenschaftlicher Terminologie zu tun hatten. Es gibt einen sehr preiswerten Auszug, in dem die zentralen Artikel als Studienausgabe abgedruckt sind: Germanen. Germania. Germanische Altertumskunde. Hrsg. von Heinrich Beck. Berlin: de Gruyter 1998. Das Buch führt gut in den gegenwärtigen Forschungsstand aber auch in die Probleme der Forschung ein. Sehr kompakte Darstellung in wissenschaftlicher Sprache, aber mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis


++Beck, Heinrich (Hrsg.): Germanische Religionsgeschichte. Quellen und Quellenprobleme. Berlin: de Gruyter 1992. Ergänzungsband zum RGA. Enthält zahlreiche Beiträge verschiedener Verfasser, die sich einzelnen Fragen der Forschung widmen. Teilweise sehr interessant, aber nur für Fortgeschrittene mit breitem Basiswissen zu empfehlen.


+++ Grimm, Jakob: Deutsche Mythologie. Wiesbaden: Drei-Lilien Verl. 1992 (3 Bände, Nachdr. d. 4. Aufl von 1878). Dieses ehrfurchtgebietende Werk stellt die Geburtsstunde der modernen Forschung dar und ist als Materialsammlung auch heute noch sehr wertvoll. Obwohl Grimm seinen Quellen gegenüber keineswegs unkritisch war, muss man bei der Lektüre zwei Einschränkungen im Hinterkopf behalten: erstens hat er zu sorglos die Lücken in der kontinentalen Überlieferung durch skandinavische Quellen "ergänzt", zweitens führt er alles volkskundliche Material zu pauschal auf altgermanische Zeit zurück, was aber für jeden Einzelfall gesondert zu beweisen wäre.


+Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. de Gruyter 2000 Ein zehnbändiges Werk das stichwortartig über tatsächlichen und angeblichen Aberglauben berichtet. Auch eine hochinteressante Quelle zu heidnischem Brauchtum. Ursprünglich kosteten die Bände über 1000 €, 2005 konnte man sie komplett bei Fröhlich und Kaufmann für ganze 50.- € erwerben.


++ Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart: Kröner 1995 Hervorragendes, kleines und kompaktes A-Z Lexikon aller mythologischer Namen und Begriffe, ohne dessen Anschaffung man auf lange Sicht nicht auskommen wird.


+ Döbler, Hannsferdinand: Die Germanen. Legende und Wirklichkeit von A-Z. Ein Lexikon zur europäischen Frühgeschichte. München: Orbis Verl. 2000 Hervorragendes A-Z Lexikon! Und sehr preiswert.


~ Friedrich Stroh: Handbuch der germanischen Philologie / von [unveränd. photomech. Nachdr. der Ausg.] 1952 Berlin ; New York: de Gruyter 1985 Umfang 820 S.


++ Golther, Wolfgang: Handbuch der germanischen Mythologie. Essen: Phaidon Verl. 1996 Im Original bereits 1895 erschienen. Deshalb sind etliche Schlüsse des Verfassers heute nicht mehr aktuell. Als Materialsammlung ist das Buch immer noch beeindruckend und sehr empfehlenswert. Momentan als preiswerter Nachdruck erhältlich! Das Werk ist hier stellvertretend für etliche weitere erwähnt, die ursprünglich ebenfalls im 19. oder frühen 20. Jh. erschienen und heute als preiswerte Nachdrucke zu haben sind: Meyer, Hugo Elard: Germanische Mythologie / Meyer, Richard Moritz: Altgermanische Religionsgeschichte (beide ebenfalls im Phaidon Verl. erschienen), sowie: Herrmann, Paul: Nordische Mythologie (Aufbau-Verl.). Auf all diese Werke trifft dasselbe zu, wie auf das von Golther.


~ Jan de Vries: Altnordisches etymologisches Wörterbuch, Leiden: Brill 1961 Umfang 689 S.


~ Jan de Vries: Forschungsgeschichte der Mythologie Freiburg [u.a.]: Alber 1961 Umfang 381 S. Serie Orbis academicus


~ Jan de Vries: Über die Datierung der Eddalieder Germanisch-romanische Monatsschrift ; 22.1934


~ Zimmer, Stefan: Ursprache, Urvolk und Indogermanisierung: zur Methode der indogermanischen Altertumskunde / Stefan Zimmer Innsbruck : Inst. für Sprachwiss. der Univ. 1990 Umfang 42 S. Serie Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft Vorträge und Kleinere Schriften ; 46


++ Holzapfel, Otto: Die Germanen - Mythos und Wirklichkeit. Freiburg: Herder 2001. Anders, als der Titel vermuten ließe, handelt es sich hier vor allem um eine Untersuchung zu Tradierungsfragen der Mythen. Der Autor ist Volkskundler und das Buch hat dort seine Qualitäten, wo es um Traditions- und Erzählforschung, Wandelbarkeit der Stoffe durch die Jahrhunderte und unterschiedliche Rezeptionen geht. Dem stehen einige ärgerliche Sachfehler in der Präsentation des mythischen Materials selbst gegenüber. Die abschließende Betrachtung des Neuheidentums ist leider von "völkischem Generalverdacht", Befremden und Unverständnis geprägt.


+ Müller, Felix: Götter, Gaben, Rituale. Religion in der Frühgeschichte Europas. Mainz: von Zabern 2002. Archäologisches Sachbuch, das in anschaulicher Form zeigt, wieviel und was genau die Forschung über vorgeschichtliche Religionen eigentlich sagen kann.


++ Müller-Wille, Michael: Opferkulte der Germanen und Slawen. Stuttgart: Theiss 1999. Der namhafte Kieler Wissenschaftler präsentiert hier die bedeutendsten Fundstellen in Norddeutschland, Dänemark und Schweden. Sehr gut illustriert. Aber ein rein archäologisches Sachbuch, das über Glaubensinhalte naturgemäß wenig Auskunft geben kann. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Bronzezeit, das letzte mit den Slawen. Der Hauptteil aber ist germanischen Befunden gewidmet.


++ Pohl, Walter: Die Germanen. München: Oldenbourg 2000. Gut lesbares Übersichtswerk auf neuestem Forschungsstand. Gerade letzterer aber ist wesentliches Thema der Darstellung, d.h. es wird mehr über die Geschichte der Forschung und ihrer unterschiedlichen Ansätze erzählt, als über die Germanen selbst. Sehr viele weiterführende Literraturangaben.