Portal:Einzeluntersuchungen

Einzeluntersuchungen zu bestimmten Sachgebieten, Göttern und Themenbereichen


  • + Für Anfänger geeignet
  • ++ Für Fortgeschrittene
  • +++ Anspruchsvoll


Balder

Dr. Lucia Neßler-Aßmann
~ Über Phol und Baldr „Studien zum Balder-Kult in Norddeutschland“ im „Mitteilungsblatt für Vor- und Frühgeschichte“ 1975 Folge 1 und 1976


Aage Kabell:
~Balder und die Mistel, Helsinki, Suomalainen Tiedeakatemia,1965 Umfang 21 S.


Lindow, John:
+++ Murder and Vengeance Among the Gods. Baldr in Scandinavian Mythology. Helsinki: Suomolainen Tiedeakat 1997. Sehr sorgfältige Untersuchung über Baldr und alle damit verbundenen Fragen der Forschung.


Weltanfang und Ende

Olrik, Axel
Ragnarök : die Sagen vom Weltuntergang / unters. von Axel Olrik Berlin: De Gruyter 1922 / Umfang: 484 S.


Loki

Dumézil, Georges
+++ Loki. Darmstadt: Wiss. Buchgesellsch. 1959 Alle in dieser Rubrik aufgeführten Bücher über Loki gehen ähnlich vor: nach genauer Darstellung der Quellen werden diese ausgewertet. Allen gemeinsam ist die Kritik an Mogk, der Loki für eine späte Erfindung hält und vor allem Snorri kaum einen Quellenwert zubilligt. Interessant ist vor allem das Buch von Dumezil, weil es mit gänzlich neuem volkskundlichem Material aus dem Kaukasus aufwartet: bei den iranischen Osseten haben viele Erzählungen über das Göttergeschlecht der Narten und ihren Schalk Syrdon überlebt. Die Geschichten weisen eine solche Ähnlichkeit mit dem eddischen Material auf, dass Dumézil damit den Beweis postuliert, dass Loki keine Erfindung der nordischen Spätzeit oder Produkt christlicher Einflüsse ist, sondern offenbar uraltes gemein-indoeuropäisches Erbe.


Bonnetain, Yvonne S.: ++ Der nordgermanische Gott Loki aus literaturwissenschaftlicher Perspektive. Göppingen 2006, Göppinger Arbeiten zur Germanistik Nr. 733, Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 2005, ISBN 3-87452-985-1


Herbert Glöckner:
~ Loki - Hel - Walhall im Spannungsfeld der indogermanischen Religion / Walddorf-Häslach : H. Glöckner 1990 Umfang 95 S ; 30 cm.


Ström, Folke:
+++ Loki, ein mythologisches Problem. Göteborg: Almquist & Wiksell 1956.


Vries, Jan de:
+++ The Problem of Loki. Helsinki: Suomalen Tiedeakatemia 1933 (Reihe: FF Communications Nr. 110)


Rooth, Anna Birgitta:
+++ Loki in Scandinavian Mythology. Lund: Gleerups Förlag 1961

Frau Holle

GardenStone
Göttin Holle. Auf der Suche nach einer alten Göttin. Engerda: Arun 2002. Hier hat der Autor gleichermaßen sorgfältig wie gut lesbar alle Spuren zusammengetragen und zu einem vielfältigen Bild der Göttin vereinigt ohne aber in Spekulationen zu verfallen. Rundum empfehlenswert!


Wodan

Gundarsson, Kveldulf:
+ Wotan. The Road to Walhalla. Einzeluntersuchung, die sich mit den Aspekten von Wotan / Odin beschäftigt. Ausschließlich als E-Book zu beziehen über: http://www.aswynn.co.uk/

Helm, Karl:
+++ Wodan. Ausbreitung und Wanderung seines Kultes. Giessen: Schmitz 1968 Sehr scharfsinnige Belegführung für die Ausbreitung des Wodan-Kultes von Süden nach Norden.


Ninck, Martin:
++ Wodan und germanischer Schicksalsglaube. Jena: Diederichs 1935 Das Buch untersucht genau alle Aspekte und unterschiedliche Rollen des Gottes. Sehr gründlich und umfassend.


Göttinnen

Näsström, Britt-Mari
++ Freyja - the Great Goddess of the North. Stockholm: Almquist & Wiksell 1995 Diese Untersuchung beschränkt sich nicht auf Freyja, sondern auch die anderen weiblichen Gottheiten werden berücksichtigt. Solide und umfassend.


Welch, Lynda C. + Goddess of the North. A Comprehensive Exploration of the Norse Goddesses, from Antiquity to the Modern Age. York Beach: Weiser 2001. Umfassende Darstellung, die sich auf alle weiblichen Aspekte der nordischen Mythen konzentriert. Das Buch leidet stellenweise unter feministischem Übereifer (wenn z.B. Ymir in Unkenntnis indoeuropäischer Parallelen als späte "Vermännlichung" verdächtigt wird), ist davon abgesehen aber eine solide und lesenswerte Arbeit.


Sippe und Stamm

Henry Lewis Morgan
++Ancient Society Grundlagenwerk über die Familienforschung das Rückschlüsse auf vorchristliche Verwandschaftsformen zulässt. Morgan untersuchte als Ethnologe die Irokesen im staat New York und wurde in den Stamm der Senekas adoptiert.


Friedrich Engels
+"Der Ursprung der Familie" Engels baut auf seinen Untersuchungen z.Tl auf dem Werk Morgans auf und veranschaulicht die alte Familienform: die Sippe, Clan als vorchristliche Verwandtschaft überall auf der Welt. Trotz einiger Fehlleistungen zu Beginn des Buches: die Kategorisierungen der Menschheit in „Wildheit, Barbarei und Zivilisation“ ist das Buch nach wie vor sehr lesenswert und verschafft einen guten Überblick über die Rechte der Frau in der alten Gesellschaft. Kann man als Zusammenfassung der Arbeit Morgans sehen.


Frauen

Jesch, Judith:
+"Frauen der Vikingzeit" Wien: Wiener Frauenverl. 1993 Solide und gut lesbare Gesamtdarstellung. Dennoch etwas trocken.


Jochens, Jenny
+"Old Norse Images of Women" Philadelphia: Univ. Of Pennsylvania Press 1996. Hier werden sowohl die mythologischen als auch die historischen Frauengestalten untersucht. Ebenfalls sehr solide, und dazu etwas reichhaltiger und interessanter geschrieben als das Werk von Judith Jesch.


Feministische Literatur

Amstadt, Jakob
+ Die Frau bei den Germanen. Matriarchale Spuren in einer patriarchalen Gesellschaft. Stuttgart: Kohlhammer 1994 Ein interessantes Werk das sich vor allem auf religiöse Aspekte bezieht, jedoch feministisch-ideologisch geprägt ist.


Ernest Bornemann:
++ Das PatriachatEin Lebenswerk mit 40 Jähriger Vorbereitungszeit. Untersucht werden patriarchale Verhältnisse und die davor liegenden matrilinearen Gesellschaftsstrukturen. Ebenfalls feministisch ideologisiert.


Runen

Klaus Düwel
"Runenkunde" Dieses Buch schafft eine wichtige Voraussetzung zur Lesung und Deutung von Runendenkmälern und gibt eine Übersicht über die Inschriften des 3. nachristlichen Jahrhunderts bis ins späte Mittelalter. Wissenschaftlich fundiert und frei von esoterischen Deutungen.


Philipson, Ernst A.
"Runenforschung und germanische Religionsgeschichte" 1938


Sonstiges

Baetke, Walter:
+++ Das Heilige im Germanischen. Tübingen: Mohr 1942 Während der erste Teil (40 S.) eine religionsübergreifende Untersuchung des Phänomens des Heiligen an sich ist, geht der Hauptteil des Buches auf die germanische Bedeutung des Begriffs ein. Das wird durch eine genaue Untersuchung aller Quellen bewerkstelligt, in denen die Begriffe wihaz und hailagaz vorkommen. Auch wenn die Wortuntersuchungen sehr akribisch daherkommen, verspricht der Verfasser doch, dass dabei "so manche Frucht der Erkenntnis zu pflücken sein wird", und damit behält er Recht. Die Untersuchung stößt zum innersten Kern germanischen Religionsverständnisses vor. Dem Werk merkt man seine Entstehungszeit nicht an.


Herrmann, Paul:
+ Das altgermanische Priesterwesen. Jena: Diederichs 1929. Allgemein verständliches Büchlein, das in guter Quellenausdeutung einen leicht lesbaren Überblick über das Thema bietet. Trotz des betagten Erscheinungsdatums (in Fraktur geschrieben) immer noch empfehlenswert.


Wilde Jagd

Höfler, Otto
++ Kultische Geheimbünde der Germanen. Frankfurt a.M.: Diesterweg 1934. Der Autor weist anhand zahlreicher Quellen über die "Wilde Jagd" (die bis in die frühe Neuzeit reichen) nach, dass diese kein Spukphänomen war, sondern auf reale Umzüge Vermummter zurückgeht (wie heute noch die Perchtenläufe) und zieht sehr interessante Schlüsse daraus. Das Werk ist umstritten und wurde angefeindet, aber bisher nicht widerlegt. Schon allein der vielen vorgestellten Quellen wegen bis heute sehr lesenswert, wie auch alle weiteren Veröffentlichungen Höflers, die sich ausnahmslos durch bewundernswerten argumentativen Scharfsinn auszeichnen.